|
|
||||||||||||||
Geschützter Bereich für Institutsträger
|
Erfolgsfaktoren bei Übernahmen nicht börsennotierter Unternehmen. Empirische und modelltheoretische Analysen zum Erwerb und zur Veräußerung von nicht an Börsen gehandelten Wirtschaftsunternehmen.
Autor: Hatlapa, Hubertus M.
Beginn: 10/2003
Die Dissertation mit dem Titel „Erfolgsfaktoren bei Übernahmen nicht börsennotierter Unternehmen“ macht ein zentrales Problem heutiger Familienunternehmen zum Gegenstand ihrer Untersuchung. Sie geht von der Beobachtung aus, das die ganz überwiegende Anzahl der jährlich zur Übergabe anstehenden Unternehmen von Persönlichkeiten geführt und besessen werden, die sich nichts mehr als eine Nachfolge in der eigenen Familie wünschen. Die Empirie zeigt jedoch, dass dieses Ideal in der Zwischenzeit nur mehr in weniger als der Hälfte der Fälle einlösbar ist – mit weiter sinkender Tendenz. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die selbstverständliche Realisierung der familieninternen Fortführungserwartungen haben sich offensichtlich radikal gewandelt. Wir haben es offensichtlich mit dem gleichermaßen interessanten wie folgenreichen Widerspruch zu tun, dass der überwiegende Teil der Familienunternehmen nach wie vor von der familiengeprägten Vorstellung „geführt" wird, das Eigentum wie die Unternehmensführung könnten von Generation zu Generation innerhalb der Familie weitergegeben werden, während heute de facto die Bedingungen für die Möglichkeit eines solchen Übergangs immer mehr schwinden. Es ist zu vermuten, dass in dieser erstaunlichen Diskrepanz ein erheblicher Sprengstoff für die Zukunftsfähigkeit dieses Unternehmenstyps verborgen liegt. Überraschenderweise teilt die bisherige Forschung (insbesondere die weitverzweigte Ratgeberliteratur) offensichtlich auch das zu beobachtende Kontinuitätsideal der Praxis. Denn auch sie ist in ihren bisherigen Analysen fast ausschließlich auf die Bewältigung jener Nachfolgeprobleme konzentriert, die sich aus einer Übergabe in der Familie ergeben. Die sich aus der Vermischung von Familiendynamik und unternehmensinternen Generationswechsel ergebenden Themenstellungen sind emotional so fesselnd, dass nicht gesehen wird, dass dieser Typus der Unternehmensweitergabe gar nicht mehr den Normalfall darstellt. Nach wie vor bestärken sich die einschlägige Literatur und die darauf gerichtete Wirtschaftsberichtserstattung sowie die Erwartungen der übergebenden Unternehmerfamilien in der Vorstellung, das einzig Normale sei ein Generationswechsel in der Familie. Alles andere ist die unglückliche Ausnahme. Die vorliegende Arbeit setzt genau an diesem blinden Fleck an. Hatlapa versucht die These zu belegen, dass die Konzentration der Unternehmensführung auf eine Fortführung in der Familie paradoxer Weise heutzutage dazu beiträgt, dass Familienunternehmen weder für eine Weitergabe innerhalb noch für eine solche außerhalb der Familie in den seltensten Fällen gut gerüstet sind. Der Autor versucht die Annahme zu begründen, dass nur dann, wenn Familienunternehmen die eigene „Exitfähigkeit" als permanentes Ziel der Unternehmensentwicklung vor Augen haben, für jede mögliche Form der Unternehmensweitergabe die erforderlichen Erfolgsvoraussetzungen geschaffen werden. Sie stellt deshalb ins Zentrum ihrer Anstrengungen die Frage, was es braucht, um ein eignergeführtes Unternehmen für eine Weitergabe außerhalb „der Familie“ fit zu machen und welche Faktoren letztlich „über den Erfolg oder den Misserfolg solcher Transaktionen" entscheiden. Mit dieser Fokussierung auf familienfremde Weitergabeformen und deren Implikationen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung von Familienunternehmen versucht Hatlapa ein zentrales Forschungsanliegen aufzugreifen, das eine als schmerzlich empfundene Lücke zu schließen verspricht. Die besondere Herausforderung, der sich der als Autor und als selbst betroffener Unternehmer der HATLAPA Uetersener Maschinenfabrik GmbH&Co.KG bei dieser Fragestellung stellen musste, bestand darin, die familiengeprägten Besonderheiten dieses Unternehmenstyps mit einer wirtschaftlichen Logik zu verknüpfen, die primär von der aktuellen Dynamik des Kapitalmarktes gespeist wird. An der Bearbeitung dieser Grundparadoxie musste sich die Qualität dieser Dissertation messen lassen. Hatlapa hat in der Bearbeitung dieser Forschungsfrage versucht einerseits eine profunde, detailreiche Analyse zu liefern und andererseits praktische Antworten für Eignerunternehmer zu finden, welches sich derartigen Herausforderungen gegenübersehen. Personen
|
|
||||||||||||